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3. Büro der Träume

Eröffnung: 28 Mai – 13 Juni 2021

Das dritte Kapitel ist zugleich die Abteilung für öffentliche Aktivitäten des museo de la democracia. ›Das Büro wird in Zusammenarbeit mit Künstler_innen, Spezialist_innen und Akteur_innen unterschiedlicher soziokultureller Gruppen entwickelt. Sein Programm verbindet sich mit Initiativen und kulturellen Mikrophänomenen, die in Lateinamerika aktiv sind. Die Arbeiten in diesem Kapitel korrespondieren mit dem parallelen, pädagogisch- reflexivem Veranstaltungsprogramm. Besondere Aufmerksamkeit gilt hier dem in der Region recht präsenten Modell des Gemeinschaftsmuseums. Diese ›Museos Comunitarios‹ basieren auf dem Wunsch, das kollektive Gedächtnis der Gemeinschaften neu herzustellen, ihm eine Bedeutung zu geben und es zu systematisieren. Das kollektive Gedächtnis soll als Werkzeug für die Verteidigung der eigenen Identität benutzt werden – im Widerstand gegen historische Prozesse des Verstummens und der Unterdrückung.

Das Museum präsentiert Positionen und Kollaborationen mit Projekten unterschiedlicher Künstler_innen, die in Beziehung zu Gemeinschaftsmuseen in Lateinamerika stehen. Die Arbeit von Maria Thereza Alves »Son del pueb-
lo« beispielsweise bezieht sich auf die archäologische Sammlung des Museo Comunitario del Valle de Xico (Xico-Tal Gemeinschaftsmuseum), am Stadtrand von Mexiko-Stadt. Marcela Moraga arbeitet gemeinsam mit einem Kollektiv junge_r Aktivist_innen daran, das Museo del Agua (Museum des Wassers) in der Kommune Renaico im Süden Chiles zu gründen. Julia Mensch kooperiert mit dem Museo del Hambre (Museum des Hungers).

Eine der wichtigsten Ressourcen des Museums ist das Audioarchiv »Archivo sonoro militante – Las protestas de las calles de América Latina« von der Künstlerin Manuela García Aldana in Zusammenarbeit mit dem ›Oficina de Sueños‹ des museo de la democracia. Dieses Programm untersucht die Klangdimension der Revolten und Proteste, indem eine Sammlung anonymer Audiomaterialspenden eingerichtet wird.