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PSJM

PSJM, 2020

Kapitalistische Penetration im Amazonasgebiet von 1988 bis 2019

Wandgemälde, Farbe auf Silikat-Basis, 3,70 m x 8,20 m

In diesem Werk, welches Teil der “Social Geometry”-Serie von PSJM und ihrer “Natural History”-Subserie ist, stellen die Künstler_innen aus den kanarischen Inseln ein auf statistischen Daten basierendes Wandbild dar, wie sich die Abholzung des brasilianischen Amazonas-Regenwaldes zwischen 1988 und 2019 entwickelt hat. Das Werk verwendet zwei Farben – ein gängiger grafischer Code für Statistiken – und nutzt die symbolische Kodierung, die Grün mit Leben, Natur und dem weiblichen Geschlecht assoziiert, sowie Weiß als Abwesenheit. Auf der anderen Seite schlägt PSJM eine Lesart vor, die auf dem Titel als einem wesentlichen Diskurs basiert, um die Arbeit als solche zu konstituieren. So ist es möglich, zu einer diachronen Lesart des Werkes zu gelangen. Das heißt: zu verstehen, dass es jenseits politischer oder sogar sexueller Differenzen eine zeitliche Entwicklung einer Kollusion zwischen Staat und Privaten zur Ausbeutung des Amazonasgebiets gibt.

PSJM

Cynthia Viera( Las Palmas, Gran Canaria, 1973) und Pablo San José (Mieres, 1969)

PSJM ist ein Team für Kreation, Theorie und Management, welches von Cynthia Viera (Las Palmas G.C., 1973) und Pablo San José (Mieres, 1969) gebildet ist. PSJM präsentiert sich als “Kunstmarke” und eignet sich so die Verfahren und Strategien des fortgeschrittenen Kapitalismus an, um dessen symbolische Strukturen zu unterwandern.

Das “brand-team” wurde unter die 100 repräsentativsten Künstler der internationalen politischen Kunst in Art & Agenda: Political Art and Activism (Gestalten, Berlin, 2011) aufgenommen. Es wurde auch in Younger than Jesus aufgenommen. The essential handbook to the future of art (New York: Phaidon-New Museum, 2009) und Come Together: The Rise of Cooperative Art and Design (New York: Princeton Architectural Press N.Y., 2014), neben anderen Publikationen. Seine Arbeiten sind in zahlreichen internationalen Ausstellungen vertreten, wie Personal Structures im Rahmen der 58. Biennale Venedig (2019), Beyond the Tropics, im Rahmen der 56. Biennale Venedig (2015), Hic et Nunc, Hirshhorn Museum, Washington D.C. (2014), One Shot!, Museu Brasileiro da Escultura, São Paulo (2014), Off Street, A Foundation, London (2009), The Real Royal Trip… by the Arts, PS1-MOMA, New York (2003, in Zusammenarbeit mit El Perro und Aitor Méndez), und andere auf nationaler Ebene wie Prophetia, Fundación Miró, Barcelona (2015) oder PIGS, Artium, Vitoria (2016).

Im theoretischen Bereich sind einige seiner neuesten Veröffentlichungen zu erwähnen: Arte y procesos democráticos (TEA, Teneriffa, 2017), Fuego amigo (CENDEAC, Murcia, 2015) oder der Artikel “Marcuse y el lema de la CIA” in Revista de Occidente (Madrid, 2016). Zu seinen Arbeiten im Kulturmanagement gehören die Kuratorie vom Es personal (Gabinete Literario, Las Palmas GC, 2019), Biotopías (Gabinete Literario, Las Palmas GC, 2018), Arte y Participación Ciudadana (Las Palmas G.C., 2016) oder die Koordination und das Bild von World is Work, kuratiert von José María Durán (Kwadrat, Berlin, 2010). Seine intensive Tätigkeit erstreckt sich auch auf die Didaktik, erfolgt durch eine Gastdozentur an der Washington State University oder die Sommerworkshops PSJM-Workshop am Instituto Cervantes in Berlin (2012-2015) und am Gabinete Literario de Las Palmas GC (2018-2019).