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Matheus Rocha Pitta

Eye for an Eye, 2019

Foto Benjamin Renter

Eisen, Zement, Papier, LED-Licht

Variable Abmessungen

Dieses Kunstwerk stellt eine Auseinandersetzung mit sozialer Gerechtigkeit dar. Bei der jüngsten Protestwelle in Chile im Jahr 2019 haben mehr als 400 Menschen ein oder beide Augen verloren, was durch absichtlich von der Polizei abgefeuerte Gummigeschosse verursacht wurde. Einer dieser erblindeten Demonstrant_inen sagte in einem Interview: „Was wir verloren haben und was wir gegeben haben, war nicht umsonst“. Die Skulptur, die Rocha Pitta angefertigt hat, ist ein gigantisches, kollektives Auge, welches an die Stelle dieser verlorenen Augen treten soll. Auge um Auge, Zahn um Zahn.  Wie sehr haben unsere Vorstellungen von Gerechtigkeit mit Sichtbarkeit zu tun? Oder anders gesagt, warum muss Gerechtigkeit blind sein, um gerecht zu sein?

Matheus Rocha Pitta. Tiradentes, Brasilien, 1980.

Lebt und arbeitet in Berlin und Rio de Janeiro. Studierte Geschichte und Philosophie an der Universidade Federal Fluminense, Niteról, und der Universität des Bundesstaates Rio de Janeiro in Rio de Janeiro. Seine Arbeiten wurden international in Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert, unter anderem im Kunstverein Hamburg, Deutschland, 2020; Museu de Arte Moderna in Rio de Janeiro, 2018, Triennial Frestas, São Paulo, Brasilien, 2017; El Ranchito, Matadero Madrid, España 2014; The Great Acceleration, 9 Bienal de Taipei, Taipei, Taiwan 2014; Artesur, Collective Fictions, Nouvelles Vagues, Palais de Tokyo, París, Francia, 2013 y Kunst Im Tunnel, Düsseldorf, Alemania, 2013. Er war Stipendiat am Künstlerhaus Bethanien, Berlin (2016-17). Er ist u.a. in den Sammlungen des Castelo de Rivoli, Turin, und des Museu de Arte Moderna in Bahia, Rio de Janeiro und São Paulo vertreten.