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Ana María Millán

Elevación, 2019

Animation

Farbe, Ton, Vierkanalvideo

00:10’12”

Elevación” (2019) ist ein kollektives Projekt mit einer Gruppe Künstler_innen im Museum für Moderne Kunst Bogotá (MAMBO), das sich mit dem Ursprungsmythos der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) beschäftigt. Die Beteiligten orientieren sich dabei an den Erzählstrategien eines Comics der Bewegung namens „Marquetalia, Raíces de la Resistencia“ (Marquetalia, Wurzeln des Widerstands). Der Comic erzählt auf einfache Weise und anhand von Schlüsselfiguren, wie eine Gruppe von militanten Kommunist_innenen und Liberalen während des historischen Prozesses, der als „La violencia“ (1948 – 1958) bekannt ist, aus dem öffentlichen Leben vertrieben wird. Auslöser dafür war der Mord am sozialistischen Präsidentschaftskandidaten Jorge Eliecer Gaitán und die daraus resultierenden sozialen Aufstände des „Bogotazo“ im Jahr 1948. Während der Diktatur von General Gustavo Rojas Pinilla (1953–1957) verbot die kolumbianische Verfassung 1954 die Militanz beim und die Zusammenarbeit mit dem internationalen Kommunismus. Aktive Kommunist_innenen und Liberale zogen sich in die Stadt Marquetalia im Departement Tolima zurück, einer bergigen Gegend in Zentralkolumbien. Sie gehören zu den ersten historischen Vorläufer_innen der Bewegung, die später als Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens – Volksarmee (FARC-EP) bekannt wurde, und waren relevante Akteur_innen in dem bewaffneten Konflikt, der bis 2016 andauerte. Derzeit gibt es ein Friedensabkommen und die ehemalige FARC-EP ist eine legale politische Partei: COMUNES.

„Elevation“ ist ein Rollenspiel als 3D-Animation, eine Kontaktzone, um die affektiven, sozialen und kulturellen Erinnerungen einer Gesellschaft nach dem Trauma neu zu verhandeln und neu zu formulieren. Die Künstlerin schafft eine Welt, die ihre  eigenen Regeln hat, und die Teilnehmer_innen entwickeln Avatare mit übernatürlichen Kräften und inszenieren Ereignisse neu, formulieren alternative Ausgänge und andere mögliche Gegenwarts- und Zukunftsszenarien. Das Kunstwerk fördert auch den Austausch zwischen Influencer_innen und Subkulturen des Netzes auf technologischer, kultureller und kommunikativer Ebene, um eine Erfahrung der Versöhnung und der sozialen Neuvorstellung zu erzeugen.

Ana Maria Millán. Cali, Kolumbien, 1975

Lebt und arbeitet in Berlin.

http://anamariamillan.info/